Unser Stadtpark: Gartenarchitektur zum Wohlfühlen - für alle!
Unser Hamburger Stadtpark: Gartenarchitektur, die für alle erdacht ist und so bis heute in Winterhude wirkt. Hier trifft sich alles, ob Sommer oder Winter. So entstehen Plätze der Begegnung, die wir dringend für uns als Bürger:innen brauchen. Schön, mit viel freier Fläche, grünen Oasen und Raum zur Entdeckung. 1914 errichtet, fehlten zum damaligen Zeitpunkt den Bewohnern der angrenzenden, dicht besiedelten Arbeiterviertel, eine Grünanlage zur Erholung.
Fernab von feinen Prunkgärten für die reiche Gesellschaft, wurde dieser vorbildliche Stadtpark von Anfang an als Volkspark konzipiert. Zugänglich für alle Gesellschaftsschichten und auf die aktive Freizeitgestaltung ausgerichtet. Der Leiter des Hochbauwesens Fritz Schumacher schrieb dazu etwas, was der der Stadtpark Verein Hamburg e.V. auf seiner Seite wie folgt zitiert:
„[…] das Ziel des Parkgedankens war nicht erreicht, wenn es gelang, eine Anlage zu machen zum angenehmen Durchwandern, es war erst erreicht, wenn es zugleich gelang, eine Anlage zu machen zum angenehmen Bewohnen. „Bewohnen“, das soll heißen, ein In-Besitz-Nehmen für die verschiedensten Lebensbeschäftigungen, die mit dem Begriff der „Erholung“ im Zusammenhang stehen. Die Möglichkeit dieses In-Besitz-Nehmens mußte für große Menschenmassen zugeschnitten sein, und man mußte dabei damit rechnen, daß der Großstadtmensch in einem eigenartigen Verhältnis zur Natur steht, das sich erst allmählich aus der Not der Umstände herauszubilden beginnt. Es ist nicht das Verhältnis des landschaftlichen Genießens, wie es die eigentliche, gleichsam unendliche Natur bietet, sondern es hängt in erster Linie zusammen mit irgendeiner Betätigung im Freien, die an die Stelle des Wanderns tritt, für das selbst die größte künstliche Anlage keinen Rahmen schaffen kann, der sich nicht abnutzte. Spiel, Sport, Lagern, Rudern, Planschen, Reiten, Tanzen, dann ferner Musikgenuß – Kunstgenuß – Blumengenuß, leibliche Genüsse, das sind die Betätigungen, für die solch ein Park die Gelegenheiten schaffen muß.“
Bis heute wirkt dieses besondere Fleckchen in Hamburg als ein wichtiger Begegnungsort für alle. Das lässt sich zu jeder Zeit erkennen und fühlen. Auf Mensch und Natur ausgerichtet, siedeln sich hier natürlich auch seit jeher die Alsterschwäne und so manch anderes Getier vielfältig an. Ein wirkliches Vorbild, das zeigt, wie Werte wirken und auf welche Ausrichtung wir uns fokussieren müssen, wenn wir Orte und Plätze schaffen wollen, die nachhaltig für die Zukunft angelegt sind. Sie müssen auf das Miteinander und auf eine leichte Natürlichkeit ausgerichtet sein, die von Beginn an viel Freiheit ausstrahlt.
- Catharina Enderlein mit Alma Alster -